Wer is’n eigentlich … Waldo?

Was andere sagen: lässig, Papa Bär, immer gut drauf, klein, nett, offen, geiler Dialekt

Was hast du vor dem Kliemannsland gemacht und wie bist du hier gelandet?

Ich habe vor vielen Jahren meine Schule beendet, danach eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner begonnen und auch erfolgreich abgeschlossen. Nach der Ausbildung wollte ich aber unbedingt noch was Anderes machen: Ganz viele Freunde von mir haben studiert, das wollte ich auch. Ganz viele Freunde von mir waren im Ausland, das wollte ich auch. Und dann habe ich erstmal eine Weile nichts gemacht. War auf Reisen, hab Freunde besucht, die gerade mit dem Abi fertig waren, und dann bin ich nochmal auf die Schule gegangen. Ich wollte nämlich nochmal studieren, hatte aber nur Realschule gehabt, hab meine Fachhochschulreife in einem Jahr nachgeholt, und anschließend bin ich ein Jahr ins Ausland gegangen, nach Südamerika.

In Chile war ich. Das war ganz cool, das hat mir gefallen. Ich habe da in einem Kinderheim gearbeitet und im Anschluss angefangen zu studieren, in Baden-Württemberg, wo ich herkomme. Das war auch am Anfang ganz cool, schön viel Freizeit, aber ich habe ganz schnell gemerkt, dass das Studieren nichts für mich ist und dann habe ich mich umgeschaut, was ich so Schönes machen kann und wie durch  Zufall war ich dann im Kliemannsland zu Besuch als Helfer. Zum ersten Mal beim Scheunenabriss. Joa, und dann hat sich das alles so entwickelt. Irgendwann hat Jana angerufen und gefragt, ob ich nicht Lust hätte, im Kliemannsland zu arbeiten, als 2. Aufnahmeleitung.

Was machst du hier? / Was ist dein Job?

Nach Janas Anruf hatte ich ein wenig Zeit zum Entscheiden, ob ich das mit der 2. Aufnahmeleitung mache. Und ein paar Tage später habe ich gesagt: Ok, ich nehme diese Chance mal wahr, schaue einfach, was passiert, ich ziehe ins Kliemannsland und arbeite da. Dann habe ich in wenigen Tagen und Wochen meine Zelte zusammengepackt und bin in den Norden gezogen. Und hier arbeite ich als Aufnahmeleitung neben Jana, bin für die Drehs mitverantwortlich, gucke, dass es dem Team und den ganzen Kameraleuten gutgeht, das alles immer mit Jana zusammen. Dann fallen so Hausmeistertätigkeiten an. Joa und seit ein paar Wochen bin ich jetzt die 1. Aufnahmeleitung für unser neustes Projekt „Koch ma!“.

Du hörst ganz viele Podcasts. Das hört man immer, wenn man am Abend an deinem Wohnwagen oder Zimmer vorbeigeht oder mitten in der Nacht jemand in deinem Zimmer brabbelt, der gar nicht physisch anwesend sein kann. Hast du da einen Geheimtipp?

Ja, ich mach die an, schlafe irgendwann ein und dann laufen die die ganze Nacht durch, so wie das halt ist. Ich habe aber einen Trick.

Ich lade mir den Podcast immer erst runter, dann mache ich das WLAN aus, sollte man nachts sowieso machen, braucht man ja nicht. Dann läuft die eine Folge noch durch und geht irgendwann aus. Weil es ganz blöde ist, wenn man’s WLAN anhat, dann der Podcast läuft und das Handy nicht angeschlossen ist, sodass das Handy die Nacht durchläuft, dann der Akku leer wird und ich am nächsten Tag verschlafe, weil der Wecker nicht klingelt. Das ist der Worst-Case.

Also einen Geheimtipp habe ich nicht. Ich habe angefangen Podcasts zu hören, weil mir ein Freund vor ca. 4 Jahren, als wir zusammen auf Reisen waren und wir lange viel Bus gefahren sind, „Sanft und sorgfältig“ gezeigt hat. Wer es nicht kennt, das ist das Vorgängerformat von Jan Böhmermann und Olli Schulz. Und das war ganz cool, hat mir sehr gut gefallen und dann habe ich immer ein paar Folgen runtergeladen, konnte man damals noch auf YouTube hören und auch runterladen. Joa, und so ging es los. Da bin ich dabeigeblieben. Ich höre immer noch „Fest und flauschig“ jede Woche.

Dann höre ich, unregelmäßig, kommt immer aufs Thema an und auf die Leute, die mitmachen „Amost Daily“, der Podcast von den Rocket Beans, dann höre ich noch „Das Podcast-Ufo“, mit Florentin Will und Stefan Tietze, das ist auch sehr lustig, weil das zwei sehr unterhaltsame, junge Männer sind. Die haben immer so viele geile, scheiß Ideen und Gedanken und können das, finde ich, ganz gut rüberbringen. Da amüsiere ich mich richtig bei. Ich fahre auch regelmäßig viel Auto. Wenn ich nach Hause fahre und meine Eltern besuche, dann halte ich mich ein paar Wochen zurück, höre weniger und geb‘ mir dann immer die volle Ladung auf meinen langen Autofahrten nach Hause.

Jetzt muss ich noch kurz überlegen, habe ich noch irgendwie einen Podcast?

Ja, Hörbücher hör ich manchmal, ich habe eine Zeit lang „Radio-Tatort“ gehört, fand das aber nicht immer so geil. Aber damit habe ich irgendwann aufgehört. Manchmal höre ich noch Hörbücher, aber da bin ich irgendwie zu faul, mir gute rauszusuchen. Das mache ich dann immer eher so unabsichtlich, wenn mir irgendwas über den Weg läuft. Dann höre ich das einfach durch. Ich bin nämlich sehr lesefaul. Wenn ich irgendwie um’s Lesen herumkommen kann, dann mach ich das.

Wenn du im Kliemannsland alles machen könntest, was du willst, was wäre das?

Ok, also: 1. Baustelle: Ich würde das Dach vom „Herz“ ausbauen, weil man da viel Platz hat, da könnte man alle Schreibtische reinstellen und sich beim Arbeiten zugucken und unterhalten. Dann hätten wir oben auch wieder mehr Platz, dann könnten wir das „Herz“ besser strukturieren, könnten Leute aus anderen Zimmern hochziehen, dann könnte man das unten schön aufteilen mit Küche für „Koch ma!“ und für das zukünftige Restaurant. Das wäre eins.

Dann z. B. so Sachen wie die, die geplant sind: den Innenhof, die Terrasse überdachen, fände ich ganz schön, an ein paar Stellen würde ich gern Wege anlegen, dass man nicht komplett matschige Füße bekommt, wenn man sich von A nach B bewegt. Ich fänd’s schön, wenn im Saal Konzerte stattfinden könnten, regelmäßig. Da müssten natürlich auch Leute kommen und wir müssten jemanden haben, der das organisiert. Das ist halt in der Umsetzung immer etwas schwierig. Aber es wäre schön, wenn das klappen könnte und das Kliemannsland ein Veranstaltungsort wird, mit Konzerten, Workshops und Seminaren.

Was ist dein liebstes Kliemannsland-Video?

Also ich fand tatsächlich den Adventskalender letztes Jahr sehr cool. Einfach, weil da ganz viele Leute mitgewirkt haben und man ab und zu mal ein paar neue Gesichter gesehen hat – den fand ich toll. Dann Teichbau. Und ich finde auch den Trailer ganz cool, weil ich das Intro-Lied von Fynn sehr gerne mag und mir gerne anhöre.

Ich freue mich auch, wenn das Lied endlich mal fertiggestellt und komplett zu hören ist. Und es ist einfach nur schön, wie Hauke und Fynn den Hof erkunden und sich einfach an dem freuen, was da ist. So zum Beispiel, wie sich über einen Traktor gefreut wird, das fand ich ganz cool.

Was ich auch immer sehr schön finde, was jetzt in Zukunft auch in unregelmäßigen Abständen mehr werden soll, sind die Gartenvideos, weil es einfach schön ist, zu sehen, was da entsteht: die Hochbeete, der Kräutergarten, der Folientunnel, in dem jetzt auch wieder etwas passiert ist und noch passieren wird – auf den Winter hin. Ich fand’s aber auch schön, mal nur so Spaßvideos zu haben, wie z.B. der Sommertag, an dem wir quer über den Hof Golf gespielt haben und am Ende irgendwie noch eine Wasserrutsche gebaut haben. Das war schön, weil es einfach ein sehr lustiger Tag war, voller Jux und Tollerei.

Filme oder Serien? Und welche?

Serien. Weil ich, ähnlich wie bei Büchern, viel zu faul bin, irgendwelche Sachen anzugucken und kann mich dann einfach nie entscheiden. Und dann schau ich einfach Serien, weil man da weiß, was man hat. Da fängt man einmal an, find’s cool und kann es durchziehen.

Cool für mich, ist „Narcos“, wobei die 3. Staffel, naja… Aber die ersten beiden Staffeln waren geil.

Wer ist dein Vorbild?

Oh Gott. Ich habe mir ja die Fragen schon mal durchgelesen und wollte mir eigentlich etwas überlegen, aber habe es natürlich vergessen…

Ich habe kein Vorbild – also in Form von einer Person. Alle Personen, die ich cool finden würde, haben immer irgendwas an sich, was ich auch scheiße finde. Wenn ich also sagen würde, diese Person ist mein Vorbild, dann würde ich gern alles, was diese Person macht, rechtfertigen können – und das, glaube ich, kann ich bei niemandem.

Wenn du eine Superkraft haben könntest, welche wäre das?

Ich würde mich gerne beamen können, weil ich dann einfach viel mehr Sachen machen könnte, die weit auseinanderliegen. Das passiert mir voll oft. Ein Beispiel: Dann hätte ich vor ein paar Wochen, Samstagsabends, in Heilbronn sein können, Inline-Hockey spielen, da meinen Jungs helfen, die Meisterschaft klarzumachen und trotzdem hätte ich am nächsten Tag, 8 Stunden später, in Berlin sein können, um da bei der VCA-Benefizveranstaltung mitzumachen.

Da konnte ich mich einfach nicht zweiteilen und ich wollte mir aber dieses Fußballturnier nicht entgehen lassen. Jetzt haben die legendären „Blue Arrow Sasbach“ 4 zu 1 verloren. Jetzt denke ich so: „Puuuh, hätte ich denen helfen können, dann hätten die vielleicht höher verloren, wenn ich mitgemacht hätte. Oder wenn freitags im Kliemannsland Drehtag ist und ich um sechs Feierabend habe, aber ich noch Heimfahren will, dann wäre es natürlich schön, wenn ich mich einfach nach Hause beamen könnte. Das wäre saupraktisch.

Wo ist deine Hose?

Du hast gesagt, wir gehen zu zweit los, ich habe keine Hose eingepackt.

Wenn du ein Fahrzeug sein könntest, welches wärst du gern?

Ein Flugzeug, weil ich dann überall hinfliegen kann. Und ich wollte eh Pilot werden, aber ich habe ein kleines Bisschen Flugangst. Das ist doch voll geil – du bist ruckzuck voll schnell weg und voll weit weg. Das Flugzeug muss natürlich cool betrieben werden, nicht mit Kerosin und so, also ist ja voll die Umweltverschmutzung. Ich find’s halt auch so schön, ich komme aus dem Schwarzwald und wenn man da auf einem hohen Berg steht und eine große, weite Aussicht hat, kann man von oben alles viel besser sehen und einordnen, und Zusammenhänge begreifen, deswegen bin ich sehr gern in der Luft oder auf einem Berg.

Was ist dein liebster Disneyfilm?

Finde ich alle scheiße. Also, ich kenne mich da nicht so aus. Ich weiß nicht, was Disney ist und was nicht. Aber so Löwenzahn finde ich cool. Das ist kein Disney, also da bin ich mir ziemlich sicher. Dann habe ich Pumuckl geguckt. Ich habe tatsächlich nicht so viele Disneyfilme geguckt. Eigentlich gar nicht. Wir hatten keinen Fernseher. Ich habe tatsächlich Hörspiele von der Schallplatte gehört. Und unsere Großeltern haben uns immer Sachen aufgenommen. Sowas wie Löwenzahn, Pumuckl, alles, was so im Fernsehen lief. Die hatten eine riesige Video-Kassetten-Sammlung, haben wir auch immer noch, mit allen Kinderserien. Also wenn ihr irgendeine Löwenzahn-Folge braucht, kann ich die euch besorgen.

Was habe ich noch geguckt? Ähm, das „Fliegende Klassenzimmer“. Am Anfang fand ich das echt gruselig, wie der Junge dann da unten eingesperrt wird. Dann Emil und die Detektive, auch sehr spannend.

Was ist dein liebster Dialekt?

Ich finde eigentlich die meisten Dialekte ganz geil. So Bayrisch hat irgendwie seine coolen Seiten, Berlinerisch, finde ich ganz schön. Also, Helen, wenn du redest, geht mir das Herz auf.

Deshalb kann ich auch nicht sagen, der ist schön oder der. Ich finde alle toll, wenn irgendjemand anfängt, Hessisch zu babbeln oder Badisch oder was es auch gibt. Ich finde, das hat alles seinen eigenen Charme.

Was war dein schönster Moment im Kliemannsland?

Oft, wenn Sachen einfach glattlaufen, z.B. nach dem Flohmarkt, und davor und währenddessen. So viele Helfer, die den Hof schön gemacht haben, so viele Leute, die sich an diesem schönen Hof freuen und dann der Moment, wenn die Besucher/innen wieder vom Hof sind und dann einfach 50 Leute an dem langen Tisch sitzen, geschafft sind und sich freuen, dass man den Tag so gut gemeistert hat. Gemeinsam ein Stück Pizza essen und ihr Feierabendgetränk zu sich nehmen.

Das sind sehr schöne Momente. Aber auch so ein ganz normaler Arbeitstag, wenn man merkt, es läuft halt einfach irgendwie. Man kümmert sich selber um sein Zeug und die anderen kümmern sich um ihr Zeug. Dann sind noch Helfer da, die hier noch ’ne Ecke schön machen und da ’ne Ecke schönmachen und dann schaut man auf die Uhr und dann macht man Feierabend und sagt sich, geil ey, hier ist wieder was entstanden. Das ist cool, wenn sich so Vieles zum Guten und Schönen ändert.

Was bedeutet das Kliemannsland für dich?

Ist mein Arbeitgeber.

Bevor ich zum Kliemannsland gekommen bin, war das ein Ort, wo interessante verrückte Leute, interessante verrückte Projekte verwirklichen. Und jetzt, seit ich hier wohne, ist das Kliemannsland ’n Ort von interessanten verrückten Leuten und mit mir, die interessante verrückte Projekte machen, mit mir. Also, ich bin auch Teil davon. Ich finde das Kliemannsland ’ne richtig schöne Mischung, weil ich hier auf’m Land bin. Wir spazieren gerade über irgendwelche Feldwege und Peter, unser Landwirt, ist nebendran und man kann überall mal was helfen. Und trotzdem ist ständig was los. Es kommen so viele Leute vorbei mit meist schönen Ideen und dann erledigt man die zusammen und kann abends am Lagerfeuer den Tag ausklingen lassen oder sonst was tun. Also, es ist einfach die perfekte Mischung aus Landleben und Action.

Fynn oder Hauke?

Die Hyperaktivität von Fynn und die Fähigkeit, sich Geschichten auszudenken und zu erzählen von Hauke. [Anmk. d. Red. An dieser Stelle wollte Waldo gern alle Kollegen und Kolleginnen mit einer besonderen Begabung erwähnen. Ihm ist allerdings schnell aufgefallen, dass das zu lang dauern würde…]