Von Likes und Liebe – Social Media und so | Backstage

Moin moin und hallo, liebe Kliemannsländer! Eigentlich bin ich die, die andere nötigt hier Sachen zu schreiben, aber jetzt bin ich selbst auch mal dran. Ich warne euch schon mal vor: Wahrscheinlich wird das hier relativ lang, denn wenn ich mal angefangen hab zu schreiben, kommt meist sehr schnell sehr viel dabei rum.

Bei mir geht’s heute um meine Aufgaben im Kliemannsland – Social Media, Kommunikation, PR, Planung, und, und, und – aber auch um alle möglichen anderen tollen Themen. Den Webvideopreis zum Beispiel. Oder Rocket Beans TV. Oder Deutschrap. Mensch das wird echt lang.

Der Anfang: Gamescom 2015

Aber anfangen werde ich damit, wie ich hier gelandet bin. Die Geschichte beginnt sogar schon 2015, nämlich genauer am 7. August, dem Gamescom-Freitag. Ich komme ursprünglich aus dem Videospielbereich. Erst hab ich Spiele übersetzt und damals bei Electronic Arts in Köln als MLS gearbeitet. Das klingt wie ne Krankheit, aber heißt Multilingual Localization Specialist. Das bedeutet eigentlich nur, dass ich Übersetzungen gemanagt hab. Ist im Endeffekt aber auch egal. Ich war auf jeden Fall wie jedes Jahr am Freitag mit einer Freundin auf der Gamescom und – der wissende Leser hat’s schon an der Begrüßung erkannt – als großer Rocket Beans Fan war ich natürlich auch an deren Stand und wollte ein Foto machen. Mit Hauke. Im Laufe des kurzen Gesprächs kam dann der Satz: „Wir machen heute Abend ne Party, wollt ihr nicht kommen?  Wir brauchen noch Frauen.“ Man muss dazu sagen, dass ihm das bis heute unangenehm ist.

Aber natürlich wollten wir, denn damals gab es RBTV grad erst ein paar Monate und war dementsprechend winzig, auf die Party. Da hab ich mich dann lange mit Hauke unterhalten und ’ne Menge peinlicher Fotos gemacht (siehe unten, liebe Grüße an dieser Stelle!) und hatte alles in allem einen ziemlich langen und guten Abend. Ich fuhr zurück nach Hause, hab mich auf Haukes Vorschlag hin bei RBTV beworben, dann keine Antwort bekommen, und alles geriet erstmal in Vergessenheit.

Ab ins Kliemannsland

Dann kam noch ’ne nette Gamescom ein Jahr später und der 31. Januar 2017. Ich war auf dem Weg zu einem Geburtstag in Aachen, wo ich damals gewohnt habe, und bekam aus heiterem Himmel eine Facebooknachricht (O-Ton):

Sag mal suchst du nicht noch nen Job? Du wolltest dich doch mal bei RBTV bewerben oder?! 🙂

Irgendwo im meinem Kopf hab ich dich als schlau und nett abgespeichert. Und wir suchen jemanden der beides ist und Social Media mag im Kliemannsland.“

Zuvor hatte ich genau eineinhalb Jahre keinen Kontakt mit Hauke und war also ziemlich überrascht. Später hat er mir erzählt, dass er wieder an mich gedacht hat, weil er gesehen hat, dass wir beide „Rap am Mittwoch“ bei Facebook geliket hatten. Ja, ein ungewöhnlicher Weg an einen Job zu kommen.  Ich suchte zu dem Zeitpunkt tatsächlich was Neues und war sogar schon Bürgerin, also alles supi. Das einzige Problem war der Standort. Aachen ist ungefähr vier Autostunden vom Kliemannsland entfernt, was ja quasi im Nichts liegt, und es ist unmöglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinzukommen. Deshalb hatte ich auch nur ein Skype-Bewerbungsgespräch, wonach Hauke sagte:

Wir würden dich gerne einladen. Zum Arbeiten. Kannst du am 15. Februar anfangen?

Der 15. war exakt eine Woche entfernt. Also hab ich meine Koffer gepackt und bin am 14. Februar ins Kliemannsland gezogen, ohne wirklich jemanden zu kennen. Ich hatte damals übrigens noch nie mit Fynn gesprochen UND noch nie mit Social Media gearbeitet, also super Voraussetzungen.

Die Kliemannsländer hatten mir tatsächlich innerhalb von einem Tag ein Zimmer gebaut! Und als ich das erste Mal reinkam, stand da direkt Falk mit der Kamera und zack war ich im ersten Video (12:33).

Die Kliemannsland-Familie

Die ersten Wochen waren echt hart. Von Null auf Hundert nur Aufgaben zu übernehmen, die man noch nie vorher gemacht hat, ist extrem schwierig, auch wenn es „nur“ um sowas wie Social Media geht. Natürlich wächst man mit seinen Aufgaben und man muss Fehler machen, um draus zu lernen und bla, bla, bla… trotzdem habe ich in den ersten Wochen ehrlich hin und wieder gezweifelt, ob  das alles das Richtige für mich ist. Das lag keinesfalls am Team oder am Kliemannsland an sich, sondern an dem dauerhaften Spannungslevel. In einem winzigen Team von damals sechs Leuten alles zu stemmen, bedeutet, dass jeder weit mehr als nur eine Aufgabe übernehmen muss. Ob das bedeutet, dass die Aufnahmeleitung die Buchhaltung macht, der Cutter filmt oder der Chefredakteur zum Beispiel Duschen baut, ist am Ende egal.

Für mich hat das bedeutet, dass mittlerweile zu Posts auf Facebook, Instagram und Twitter das Texten und Bearbeiten der Videos, die Betreuung von fünf Emailadressen, die Beantwortung und Übersicht aller Kommentare, die Abwicklung von PR, alle Texte auf der Website (inkl. dieses Blogs), Drehbegleitung und diverse redaktionelle Aufgaben dazugekommen sind. Das macht alles immer auch tierisch Spaß, kann einen aber auch wirklich fertig machen.

Das ist heute nicht mehr so und das vor allem auch durch zwei großartige Lehrer – wer das ist, könnt ihr euch wahrscheinlich denken. Ich habe das Gefühl, seit Februar mehr gelernt zu haben, als in den gesamten sechs Jahren seit meinem Schulabschluss zuvor. Auch so ein Team habe ich noch nie erlebt. Komischerweise sind Verbindungen im Kliemannsland viel schneller viel intensiver als im „normalen“ Alltag, weshalb man schnell das Gefühl hat, alle Beteiligten schon ein ganzes Leben zu kennen. Das liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass man 24 Stunden am Tag zusammen ist, aber auch daran, dass alle für ein gemeinsames großes Ziel arbeiten. Die Leidenschaft, die alle an den Tag legen, ist unglaublich. Sowas schweißt wirklich zusammen.

Das sieht man auch am Beispiel meiner Hochzeit. Von Fynn in Videos ziemlich breitgetreten, wissen ja mittlerweile viele, dass alle Kliemannsländer da waren. Zu dem Zeitpunkt kannte ich keinen dieser Menschen länger als ein halbes Jahr, die meisten sogar kürzer, und trotzdem haben sie 20 von 120 Gästen ausgemacht. Das sagt wahrscheinlich alles. Man streitet sich natürlich auch mal, wenn man so eng zusammen ist, aber dann wird darüber gesprochen und alle haben sich wieder lieb. So ist das eben in Familien.

Die Galagang – Webvideopreis und Studio Hamburg Nachwuchspreis

Ein anderes großes Highlight meiner bisherigen Zeit fand dann am 1. Juni statt – der Webvideopreis in Düsseldorf. Glücklicherweise muss ich ja immer überall mit hin, um Instastories und Fotos zu machen. Außerdem waren natürlich Fynn und Hauke, unsere Aufnahmeleitung Jana und unser Produzent Tim dabei. Tim kennt ihr nicht, weil der partout nicht vor Kameras will, aber der ist auch ein cooler Typ. Die Galagang ward geboren. Wir fuhren also dahin, liefen so unauffällig wie möglich über den blauen Teppich (ja, echt, blau) und setzten uns in die erste Reihe. Wir waren in der Kategorie Lifestyle für das Projekt „Kliemannsland“ nominiert und natürlich haben wir da auch gewonnen. Was ist schon mehr Lifestyle als wir? Man sagt ja immer, die Preisträger wissen sowas vorher, aber das war tatsächlich nicht der Fall. Wir hatten eine vage Ahnung, als die Kameramänner sich schon vor Verkündung des Gewinners direkt neben uns positionierten und neben den anderen Nominierten eben nicht, aber das war nur Sekunden vorher. Den Preis nahmen wir, wie sich das gehört, als Team entgegen. Nils Bomhoff von Rocket Beans TV war der Überbringer, Paul Ripke unser Fotograf, und nachdem das alles gegessen war, ging’s zurück ins Publikum.

Schon da zeichnete sich die Gruppierung für die Aftershowparty ab, denn die Jungs von RBTV, die wunderbaren HGich.T, die uns gegenüber saßen, und wir waren nämlich die Einzigen, die sich während der Verleihung Bier besorgt hatten. Der Abend versprach, lustig zu werden.

In einem viel zu vollen und viel zu engen Bus ging’s zur Aftershowparty. Da haben wir uns dann erstmal kurz verloren. Hauke und ich verbrachten unsere Zeit auf jeden Fall damit, uns von LeFloid Burger bringen zu lassen und ich habe das Gefühl, Hauke hat mir innerhalb von zwei Stunden die gesamte Webvideowelt vorgestellt. Ich habe 90% der Namen leider wieder vergessen. Sorry!

Wir haben uns dann auf dem Electrofloor wiedergefunden und bekamen prompt Gesellschaft von Lars, Gunnar, Donnie und Jay von RBTV, sowie den Mitgliedern von HGich.T. Gunnar hat am laufenden Band versucht, Lars zu hypnotisieren und Minzi von HGich.T hielt die adretten Jungs von RBTV für eine Gruppe von „Jugend forscht“. War ein guter Abend. Wusstet ihr übrigens, dass sowohl Hauke als auch Tim großartige Tänzer sind? Wahrscheinlich nicht, aber dann jetzt.

Einen nächtlichen Döner im Gala-Outfit später ging’s auch schon wieder zurück in die Heimat, wo die Daheimgebliebenen uns einen wundervollen Empfang, inklusive Ständer (haha) für den nicht selbst stehenden WVP, bescherten.

Am 20. Juni gab’s dann den nächsten Einsatz für die Galagang, denn wir waren auch noch für den Studio Hamburg Nachwuchspreis nominiert. Der war, naja, eben in Hamburg, also dieses Mal nicht so weit weg. Selbstverständlich haben wir auch den eingesackt. Allerdings waren wir alle ziemlich verwirrt davon, da wir uns einig waren, dass wir nie gegen das „Neo Magazin Royale“ gewinnen würden. Haben wir dann aber doch.

Diese Aftershowparty brachte eine neue Tradition ins Kliemannsland. Seit diesem Abend bringen wir immer ca. 300 Sticker mit zu jeder Veranstaltung, auf der wir rumhängen, um Leute damit zu taggen. Ohne, dass sie es merken, natürlich. Ob Michaela Schaffrath oder Intendanten, niemand war sicher. Aber wir hatten Spaß. Ach, und unser seriöser Tim hat übrigens fünf Minuten nach der Show mit unserem Preis ’ne Bierflasche aufgemacht und ne Ecke abgebrochen und dann auch noch Fynns Namen abgekratzt. Ja.

Es gab bis jetzt Milliarden Highlights. Ob Akustik Sessions, Viva con Agua Netzwerktreffen oder auch FUNK Netzwerktreffen, aber für mich als Fan war ein sehr prägnantes natürlich auch das Rocket Beans Ferienlager im Kliemannsland. Vom 17. Bis 21. Juli war RBTV bei uns zu Gast und hat alle Sendungen von uns aus gestreamt. Mit unserem Internet auf dem Dorf war das eine ganz schöne Leistung. An dieser Stelle mal ein großes Lob an Tobi und Max, die das geregelt haben. Die werden das hier zwar nie lesen, aber es kann ja nicht schaden.

Die Regie war also im Pferdestall, die größeren Sets, wie „Chat Duell“ oder „Kino+“, in der Scheune und kleinere Produktionen, wie „Retro Klub“ oder „Pen & Paper“, im Marktstall. „NDA“ gab’s mit Livepublikum aus unserem Saal und „Wir müssen reden“ vom Saaltresen aus. Alles in allem eine sehr, sehr schöne Woche. Besonders für mich, denn wie eingangs erwähnt, bin ich eigentlich durch meine Liebe zu RBTV im Kliemannsland gelandet. Deshalb war eine ganze Woche, in der die komplette Crew quasi bei mir zu Hause wohnte, natürlich mega. Man kann ganz sicher sagen, dass sich lose Bekanntschaften gefestigt haben und auch ganz neue Freundschaften entstanden sind. Kurzum: Das Kliemannsland und Rocket Beans TV sind noch mehr zusammengewachsen als vorher.

Das war’s für’s Erste, würd ich sagen. Ich hab 100%ig nicht alles erwähnt, was erwähnenswert gewesen wäre und bestimmt schreibe ich nochmal irgendwas, aber ich denke die allgemeine Stimmung kommt rüber. Jetzt grad steht als Nächstes unser Flohmarkt und danach auch schon wieder der Weihnachtsmarkt an. Beim letzten war ich ja leider noch nicht da, aber diesen lasse ich mir sicher nicht entgehen. Und ihr hoffentlich auch nicht 😉