Von (Falk’s) Lieblingspraktikantin zur Junior-Redakteurin | Backstage

Heli hello!, wie mich einige Freunde begrüßen, mein Name lautet Helen aka. Heli. Um genau zu sein, bin ich Helen Nr. 2, denn die Redaktionspraktikantin vor mir besaß denselben Namen. Man könnte annehmen, die Kliemannsländer haben’s sich leichtgemacht und eine Nachfolgerin ausgewählt, deren Namen man sich nicht mehr einprägen muss. Dem ist angeblich nicht so – Vanessa hat mir versichert, dass es an meinen Praxis-Erfahrungen lag. Ich selber hatte bei dem Bewerbungsgespräch mit Hauke und Vanessa W. (ehemalige Veranstaltungsmanagerin) leicht die Vermutung, dass das eventuell auch an meinem Hund „Dschinn“ gelegen hat, den ich, bei Praktikumszusage, zukünftig an meiner Seite haben würde und der mit mir ins Kliemannsland einziehen müsste. Die Zusage kam, und zwar, wie bei all meinen Kollegen, ziemlich fix. Die Zeit ab Bewerbungseinsendung über Bewerbungsgespräch und Zusage bis zum Praktikumsbeginn verlief so: 2 Wochen, weitere 2 Wochen und nochmal 2 Wochen, um den Umzug und Praktikumsbeginn zu organisieren.

DIE ZEIT VOR DEM KLILA

Ich teilte euch mit, mir wurde versichert, dass ich hauptsächlich wegen meiner Praktika genommen wurde. Was also kann ich vorweisen? Hier muss ich ab meiner Jugend ansetzen: Mein Vater hat in den 90er Jahren unseren regionalen Fernsehsender TVAL (heute UMTV) gegründet. Er war Kameramann, Moderator, Redakteur. Ich war seine Tochter, die schon im Kindergartenalter im Studio rumtollte. Ab meinem 16. Lebensjahr stieg ich in das ganze Geschäft ein. Hab mich erst dem Redaktionsteam zugetan und zuletzt hat man mich vor die Kamera zum Nachrichtensprechen gestellt. Eigentlich möchte ich ungern Material aus dieser Zeit zeigen, aber wie heißt es nicht so schön: „Pics or it didn’t happen!“

 

Da wir keinen Teleprompter hatten und ich mir immer versucht habe, alle Nachrichten einzuprägen, dies aber nicht so wirklich draufhatte, habe ich unsere Cutter des Öfteren zur Weißglut getrieben – Denn ich hasste es, wenn ich mich versprach, also musste von Vorn begonnen werden.

Nachdem ich bis zu meinem Abitur bei dem Fernsehsender arbeitete, brauchte ich was Neues. Ich ging nach dem Abitur… Nein, nicht ins Ausland, sondern nach BERLIN! Also 70km südlich zu dem Ort, wo ich aufwuchs: Angermünde. In Berlin habe ich mich bei der Theater- und Requisitenausstattung „Metropolis“ beworben. Dort war ich u.a. als Innenrequisiteurin für Bühnen, Musikvideos und Fernsehproduktionen unterwegs.

Dann kam auch schon das Gedrängel von zu Hause: „Heli, wann fängst du endlich mal an, was Richtiges zu machen!? Studieren, vielleicht? Lehramt, oder so?“

Ich frage mich bis heute, wieso ich ganze vier Semester Lehramt studiert habe. Ich brach ab und schrieb mich simultan per Losverfahren für einen Studiengang ein, der meiner Mutter nicht gefallen wird, aber die wusste zu dem Zeitpunkt nichts davon. Sie hat erst davon erfahren, als ich bereits gewechselt bin. Sie reagierte mit nahezu identischem Wortlaut: „Du hast ja sowieso schon immer gemacht, was du wolltest!“ und hält mir das heute noch vor, dass ich nicht Lehrer geworden bin oder ihre Praxis übernommen hab. Sorry, Mama!

Während meines Studiums, ich bin zu Kommunikationswissenschaft und Germanistik an der Universität Greifswald gewechselt, bin ich dem Team der Musikredaktion des Radiosenders „radio98eins“ beigetreten und habe u.a. die „CD der Woche“ (mit-)produziert oder die Sendung „Rushhour“ (mit-)moderiert. Wieso Musikredaktion, wieso Radio? Weil ich es nie mochte, vor der Kamera zu agieren, sondern lieber hinter dem Mikro, ausschließlich mit der Stimme (naja und nicht sichtbarer Mimik und Gestik) zu arbeiten, und weil die Musik schon immer einen großen Part in meinem Dasein ausmachte. Hier ein Ausschnitt:

Dann noch ’n Praktikum als Souffleuse im Theater, verschiedene Kurzpraktika bei Radio- und Medienanstalten und auch Auslandaufenthalt auf der estländischen Insel „Hiiumaa“, wo ich auf einer Kuhfarm arbeitete, kann ich vorweisen. Genug davon, sonst könnte ich ja direkt mein Bewerbungsschreiben vorlegen.

MEINE ZEIT IM KLIEMANNSLAND

Was euch vermutlich mehr interessiert: Wieso Kliemannsland, richtig? Nun, an dieser Stelle kann ich Tatsache den Anfang meines Bewerbungsanschreibens anfügen:

 

Ich muss dazusagen, dass ich bereits vor der Bewerbung beim Kliemannsland vorbeigeschaut habe, und zwar als Helferlein des Ausstellers „Schwarzmarkt.Online“ beim WuWiZaKliLa 2016.

Was soll ich sagen – Das war ein unübertreffbares Feeling auf dem Markt, eine mega Organisation und Arbeit jedes einzelnen Anpackers und ein Ort, an dem ich unbedingt sein und arbeiten möchte. Also hieß es, fix Bachelor ferddich machen, für’n Master einschreiben und hoffen, dass ein Praktikum im Kliemannsland ausgeschrieben wird.

Und dann war es so weit: Eine Ausschreibung zur Redaktionspraktikantin ging online. Ich schrieb nach dieser Meldung sofort Brian, denn den habe ich beim Weihnachtsmarkt 2016 kennen- und mögen gelernt. So der Nachrichtenwechsel:

 

 

Dass Brians Empfehlung bei der „falschen“ Vanessa ankommen würde, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst. Das Kliemannsland hatte nämlich eine Zeit lang zwei Vanessas im Team (1x Social-Media-Vanessa, 1x Veranstaltungs-Vanessa). Die Empfehlung ging raus an die erste und mein Bewerbungsgespräch lief ab mit der zweiten. Auch wenn Social-Media-Vanessa meine Bewerbung in die nächste Runde manövrierte, teilte sie mir nachträglich bei einem Gläschen Wein mit, dass mein Bewerbungsvideo relativ langweilig war und ich mich dennoch gegen Kliemannsland-Crew interne Bewerbungen durchsetzen konnte.

Also.

Das Kliemannsland wollte mich, und Dschinn. Seit Mitte August sind wir zwei nun Teil dieses verrückten, kreativen Haufens. Übrigens fragte mich Fynn, als ich dann schon ein paar Wochen zum Team gehörte, ob er mich vorher schon mal gesehen hatte und ich antwortete, dass ich am Tag meines Bewerbungsgesprächs im Kliemannsland-Café einen Cappuccino bestellte, er mit der GoPro hineinkam und in die Runde fragte, welche Zutaten er für seinen Selfmade-Kuchen verwenden solle. Ich antwortete:

 

Und raus kam dabei das:

Das Kliemannsland mit seinen darauf lebenden und arbeitenden oder freizeitverbringenden Persönlichkeiten, die unterschiedlicher nicht sein können, ist ein ganz besonderer Ort. Nirgendwo anders fühlt man sich so schnell, so gut integriert wie hier. Mittlerweile gehöre ich auch zum „WIR“, wie Jonas so schön sagt, z.B. bei unseren feudalen WG-Frühstücken, wo alles jedem gehört (und immer, wenn Joël da ist, muss ich mehrmals meine geliebte Meersalz-Butter neukaufen). Naja, Hauptsache, zum „Wir“ gezählt zu werden, dann ist sogar die Butter-Flaute zu verkraften. Hier erlebt man so viele schöne Momente, dass ich in meinem viermonatigen Dabeisein schon Seiten füllen könnte. Kleine Momente wie: Als ich im WG-Badezimmer meine kleinen Babyhaare von der Stirn weggelte und auf einmal fast alle Jungs (Jonas, Brian, Waldo, Joél) neben mir vor dem Spiegel standen und mein Haarwachs ausprobierten, weil sie mir weißmachen wollten, noch nie Haarwachs verwendet zu haben, um dann im Anschluss eine Nacht in Bremen um die Häuser zu ziehen. Oder größere Momente wie der „PluNiTröMa“, die Weihnachtsfeier mit unserer Produktionsfirma „Cineteam“ oder der „WuWiZaKliLa 2017“.

’Ne große Anzahl toller Momente außerhalb der Arbeitszeit und viele während der Arbeitszeit.

MEIN ARBEITSBEREICH IM KLIEMANNSLAND

Was mach ich nun also im Kliemannsland. Ihr seht ja vermutlich eher meinen Hund vor der Kamera rumspringen. Das liegt daran, dass ich als Teil des Redaktionsteams vorrangig hinter der Kamera aktiv bin: Ich schreibe die Treatments, achte beim Dreh auf den Saft des technischen Equipments sowie auf Highlights, und ob sich Fynn zumindest teilweise an den Ablauf hält, um nach Drehende das Rohmaterial an meinen Lieblings-Cutter Falk weiterzuleiten oder eigenhändig zu sichern. Wahnsinnig interessant ist der Werdegang jedes einzelnen Videos, so wie ihr es letztendlich zu Gesicht bekommt. Es durchläuft viele Ebenen und Korrekturschleifen, bis es von FUNK und vom NDR abgenommen wird. Ja, wir haben einige Vorgaben, die wir bei öffentlich-rechtlich-finanziertem Content einhalten müssen, auch wenn Fynn gerne mal vergisst, dass gerade eine Kamera läuft, während er gefährliche Sachen macht oder mal wieder seinen Baby-Popo an die frische Luft lässt. Übrigens war mein allererstes Video, bei dem ich als Redakteurin dabei sein durfte, das hier:

An dem Tag habe ich so viel über Bienen gelernt, dass ich fast genauso viel wieder vergessen habe.

Weiterhin protokolliere ich bei Redaktionsmeetings, muss ab und an mal neue, innovative Ideen einbringen, unterstütze Vanessa bei dem Erstellen von Beiträgen für die Kliemannsland-Website – D.h. führe auch das ein oder andere Interview mit den Kollegen durch und transkribiere es dann (hier mal ein Ausschnitt von dem Outside-Interview mit Waldo, bei dem Dschinn im Dunkeln auf freiem Feld Wild hinterherlief).

 

Meinen Schrei nahm sich Falk als Vorlage für einen Remix oder gab ihn als Shortform für einen Klingelton an Kollegen weiter:

 

 

Meine reizenden Kollegen machen sich auch gern mal an meinem Laptop, den ich nicht selten vergesse zu schließen, zu Gange. Das sieht dann so aus:

 

 

Und weil das nicht genug ist, haben Falk und mein anderer Lieblings-Cutter, Luke, das Ganze auch noch mit der GoPro aufgenommen:

 

 

Des Weiteren durfte ich, seitdem Paolo ein Studium begonnen hat, die Musikmails übernehmen, um u.a. den schnittigen Boys im Cutter-Raum für den jeweiligen Content Musik vorzuschlagen. Da unsere Veranstaltungsmanagerin weiterzog, um ihre Fähigkeiten einem anderen Unternehmen zu schenken, sind für mich noch Aufgaben abgefallen wie Recherchieren und Organisieren von Ausstellern und Musikern für den Weihnachtsmarkt oder Aufgaben, die jeder andere Kliemannsländer hier auch besitzt. Denn die Aufgabenbereiche sind hier zum Teil fließend, wie ihr vielleicht schon in den Blogbeiträgen von Falk und Vanessa lesen konntet.

Eines meiner persönlichen Lieblingsformate, das auf dem Hof abläuft, ist übrigens „Koch ma!“. Es gibt für mich neben guter Musik kaum etwas Tolleres als gutes Essen. Seitdem Zora (Köchin und Moderatorin) Teil des Teams ist und nicht nur an Dreh- und Redaktionstagen anwesend ist, gehen wir abends immer gut gefüllt ins Bette. Falls ihr die Folge mit dem äußerst sympathischen Moritz Neumeier und der zucker-echten Zora noch nicht gesehen haben solltet, hab ich’s für euch nochmal rausgesucht:

Achso, ich bin gar nicht dazugekommen zu erzählen, dass ich irgendwann gefragt wurde, fest zu bleiben: Ihr könnt euch sicherlich denken, was für eine Antwort folgte… Nun lebe und wohne ich auf dem Hof, obwohl schon Umzugspläne in das Rüspeler Umland feststehen.

Was ich übrigens auch im Kliemannsland gelernt habe: multitaskingfähig zu werden. Vorher wurde ich wahnsinnig, wenn mir jemand beim Arbeiten reinlaberte, aber hier ist das Gang und Gebe.

Und gerade in diesem Augenblick mache ich übrigens einen Dänemark-Urlaub mit dem weltbesten Team. Hier ein kleiner Einblick, den Brian und Jan Krause festgehalten haben:

 

 

Ich wünsch’ euch was fürs neue Jahr!

Wenn ihr kein schönes Silvester hattet, dann schaut mal hier: