Wer is’n eigentlich … Jana?

Was andere sagen: liebevolle Übermutti, Fynns Gehirn, beste Aufnahmeleitung zwischen Elsdorf und Groß Meckelsen, gute Seele, Königin der Sprachnachrichten

Was hast du vor dem Kliemannsland gemacht und wie bist du hier gelandet?

Ich hab vorm Kliemannsland eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht, und zwar in Hamburg. Da hab ich mit Kindern und Jugendlichen zusammengearbeitet. War also in ner Ausbildung und noch gar nicht fertig, als ich im Kliemannsland anfing. Das habe ich dann parallel beides gemacht. Das hat sich geschlagene fünf Monate überschnitten, in denen ich meine Abschlüsse gemacht hab. Bin zwischendurch von Hamburg nach Rüspel gependelt und hab dann nebenher noch den Weihnachtsmarkt organisiert. Das war richtig schlimm.  Ich hab über Freunde vom Kliemannsland gehört und fand die Idee von so nem Hof ziemlich cool. Und weil ich eigentlich sehr kreativ und handwerklich begabt bin, dachte ich, dass ich hier meine Fähigkeiten gut nutzen kann, weil ich die auf’m Hof mal einsetzen kann. Da ich noch voll das Dorfkind bin und mich die drei Jahre inner Stadt ein bisschen gelangweilt haben, dachte ich: Perfekt, das ist ’ne gute Idee, aufs Land zu gehen und den Hof als Spielplatz zu nutzen. Dann hab ich Hauke ’ne E-Mail geschrieben, in der ich mich angepriesen habe (O-Ton):

„6.September 2016

Sehr geehrte Frau Poppinga, Moin Jungs,

auch ich würde gerne das Kliemannsland besuchen, da ich Fachfrau für:

Dekoshit mit Liebe machen. Vorhänge nähen. Garten umgraben. Organisieren jeder Art Chaos!Erlebnispädagogik. Aussenküche bauen.Hühner füttern. Kletterangebote. Glühbirnen auswechseln. Any kind of Dorfkindskillz. Muffins backen.  Bier trinken. Wände streichen. Reparaturen mit Gaffa und Kabelbindern erledigen. Kreative Lösungen finden. Flachköpper ins Stroh machen.Bauwagen ausbauen. Schubkarren anmalen. Kochen. Schafherde organisieren. Pferdeflüstern. Ideen liefern. Betreuung von Großen und Kleinen Menschen, incl. Betreutem Trinken…. bin!

Liebe Grüße

Jana“

Joa und daraufhin wurde ich dann direkt eingeladen herzukommen. Also es war noch alles in den Anfängen, im September, ich glaube, als die Trailer online waren, da hatte ich mich beworben. Dann hat mich Hauke zum Kaffee eingeladen und ich hab direkt danach mit angepackt. Dann hieß es: „Hey, wann kommst du wieder?“ Und ab dann war ich quasi schon mittendrin, weil ich auf einmal für die wichtigsten Sachen zuständig war. Fürs Kochen z.B. – die brauchten sofort jemanden. Deswegen durfte ich wiederkommen.

[Anm. d. Red: Informationen, die nach dem Interview der interviewten Person noch herausgeflutscht sind:]

Eigentlich hat das Kliemannsland im September 2016 vorrangig aus meinem Wohnwageninhalt bestanden und gelebt– Buntstifte, Schere, Kleber und Co. Jeden Dienstag neben meiner Ausbildung war ich hier. Anfangs habe ich nur so Social-Media-Kram gemacht wie die Beantwortung von E-Mails und so. Nach kurzer Zeit fragten die Jungs dann bei mir an, ob ich nicht bleiben möchte, also schickte ich irgendwann die hübscheste Bewerbung, die je beim Kliemannsland einging.

 

 

Was machst du hier? / Was ist dein Job?

Ich bin gute Seele und Aufnahmeleitung, d.h. ich versuche mich um’s und im Kliemannsland zu kümmern, bin zum einen dafür verantwortlich, dass bei den Drehs alles gut läuft, dass alles da ist, dass alle glücklich sind, dass Material da ist. Und ansonsten bin ich dafür zuständig, dass die Projekte auf dem Hof laufen, bin Ansprechperson für alle Helfer, die hier herkommen, Netzwerkerin zum Dorf. Also ich weiß auf alle Fälle, wo der Lichtschalter ist.

Was ist deine Lieblingsdeko und wieso?

Diese Lampe da, natürlich:

Weil ich die gebaut habe, als Brian seinen allerersten Abend hier hatte, an dem uns Brian noch allen ziemlich suspekt war. Er hatte viel Bier intus und dann kam uns die Idee aus dem Wasserhahn und der Lampe eine LampeLampe zu bauen. Das ist eines der einzigen Sachen, die ich selbst im Kliemannsland mitgebaut habe. Da musste ich noch nicht so richtig anpacken und das war eine Lampe, die ich selber mal basteln konnte und das war so ’ne stundenlange Nachtaktion mit Werkeln in der Elektrowerkstatt und wir haben versucht, das Kabel da reinzubekommen. Gut war, dass wir wussten, würden wir hier die Funktionalität ausprobieren und die Sicherung rausjagen, würden wir die nie wieder anbekommen, also sind wir runter in Brians Wohnwagen, weil wenn da die Sicherung rausknallt, ist es nicht so schlimm. Und Nana hat uns noch richtig schön in der dunklen Nacht erschreckt, als wir uns zum Wohnwagen aufgemacht haben.

[Anm. d. Red. Also ich habe die Frage eher in dem Sinne gemeint: womit arbeitest du am liebsten, wenn du irgendetwas schmückst?:]

Mit Blumen, natürlich. Ich passe mich der Saison an und freue mich über alles, was blüht.

Wenn du im Kliemannsland alles machen könntest, was du willst, was wäre das?

Ich glaube, da würde ich nochmal ’nen coolen, kreativen Ort einrichten. Und zwar träume ich immer noch davon, dass der kleine Raum aus der Schleuse ein Atelier wird. Das ist, glaube ich, von vielen so’ne Vision und ich kann´s mir richtig gut vorstellen. Bei jeder Führung erwähne ich, dass da irgendwann Mal ein Atelier hinkommt und vielleicht ist es nächsten Sommer so weit. Jetzt im Winter kann man kaum ’nen Pinsel halten, wahrscheinlich.

Was ist dein liebstes Kliemannsland-Video?

Irgendwie das mit der Werkzeugklappe, weil das so voll der Anfang war. Und ich denke daran immer gern zurück. Es ist so krass, was alles passiert ist und weil es etwas Tolles ausgelöst hat, im Nachhinein, dass die Leute alle vorbeigekommen sind, dass sie Sachen hergebracht haben und weil es eines der ersten Videos war, wo ich auch noch mit dabei war und ich dann das Video immer verschickt habe und sagte: „Guck mal da bei Sek. 22, kannst du mich da oben im Fenster sehen und guck mal bei Minute 1:10, da vorne steht mein Auto.“ Ja, ich glaube, das ist eins meiner Lieblings-Videos. Und das Scheunenabriss-Video, weil das Ganze einfach ’ne riesen geile Aktion war und das ganz gut eingefangen wurde. Das After-Movie gucke ich mir auch immer wieder an.

Filme oder Serien? Und welche?

Dank Joël habe ich einen Fernseher. Und meine Laptops sind immer kaputt. D.h. ich gucke mit diesem Fernseher neuerdings immer Dokumentationen. Und seit Kurzem habe ich eine Leidenschaft für Schnulzenfilme entwickelt. Vielleicht liegt’s an der Jahreszeit.

Wer ist dein Vorbild?

Ich habe jetzt keine Person als Vorbild. Es sind fast alle Leute um mich herum. Ich glaube, es gibt in jedem etwas, was mich inspiriert und dass ich denke: „Boah, das würde ich auch gerne mal machen und haben und sein.“ Ich selber würde ganz gern gelassener an bestimmte Sachen herangehen, das fehlt mir manchmal. Bei mir ist es immer ein ganz schmaler Grad zwischen Genie und völliger Verwirrtheit.

Wenn du eine Superkraft haben könntest, welche wäre das?

Gedankenlesen will ich nicht können… Eher fliegen, weil mein Auto zu langsam ist.

Wo ist deine Hose?

Die habe ich an.

Wenn du ein Fahrzeug sein könntest, welches wärst du gern?

Ein Opel Movano Camping Bus mit Schwein auf der Haube:

Also meins. Von dem man weiß, als hätte es eine waschechte Erzieherin angemalt (PS: ich hab’s allerdings nicht selbst gemacht).

Was ist dein liebster Disneyfilm?

[Anm. d. Red: Kennst du überhaupt einen Disneyfilm, wenn du überhaupt keine Filme und so guckst? ]

Ich bin mit Ronja Räubertochter aufgewachsen und Astrid Lindgren und Pipi Langstrumpf…

Was ist dein liebster Dialekt?

Die mag ich alle gleich gern. Am liebsten mag ich Akzente.

Was war dein schönster Moment im Kliemannsland?

Natürlich der Weihnachtsmarkt. Das war ’ne Zeit, in der wir ganz intensiv mit vielen Leuten darauf hingearbeitet haben und wir hatten so Teammeetings, morgens um sieben. Und wir waren mit 80 Leuten im Innenhof und haben überlegt, wer welche Schichten macht. Das war ein richtig cooler Moment. Alle Freiwilligen da zu sehen, die Bock hatten, bei der Sache dabei zu sein und einfach nur mega geile Laune hatten, sich untereinander irgendwie nicht kannten und einfach Bock hatten, das zu machen. Und am Ende des Tages mit Bierchen anzustoßen und zu sehen, was wir da abgerockt haben.

Was bedeutet das Kliemannsland für dich?

Das Kliemannsland bedeutet für mich seit über ’nem Jahr meine Arbeit, mein Zuhause, meine Freizeit. Würde ich ein Geschichtsbuch schreiben, wäre das auf jeden Fall ein großes Kapitel.

Fynn oder Hauke?

Franzi.

Was Jana schon immer loswerden wollte:

Ich möchte nochmal ein fettes Dankeschön an alle Helfer und Helferinnen dalassen: Danke für eure Unterstützung! Danke für die Motivation und den Spaß, danke für eure Leidenschaft und Danke für eure Kreativität, Ideen und eure Talente! DANKE für eure Hilfe! Ich bin mega stolz, was wir alle zusammen bis jetzt auf die Beine gestellt haben! Ich hoffe, wir sehen uns beim Weihnachtsmarkt 🙂