Der Gärtner und das Kliemannsland | Backstage

Moin Moin, ich bin der Gärtner und seit März Teil des Kliemannslandes.

Zuvor kannte ich bereits Fynns Kram, war aber im Zeitraum der Gründung dieses wunderbaren Hofstaats im Ausland. Erst als ich wieder in den schönen Norden zurückkehrte, erfuhr ich vom Kliemannsland. Gelernt habe ich den ganzen Kram, den ich hier verzapfe, in einem kleinen Demeter-Betrieb in derselben Gegend und danach hab ich mal hier, mal da gearbeitet. Bis jetzt klappt es ganz gut, Arbeit und Reisen zu verbinden.

Erst wollte ich nur in meiner freien Zeit vorbeischauen und helfen, da ich gehört hatte, dass ein paar Gemüsebeete geplant waren. Als ich dann im Februar auf gut Glück mal herkam, war dort noch nichts. Der heutige Acker war noch Teil der Wiese und der jetzige Folientunnelplatz war ein Round Pen für Pferde. Nach ein paar Begehungen und zwei Wochen Planung kam dann die Frage auf, ob ich nicht Lust hätte, den Gemüsebau für das Kliemannsland zu übernehmen.

Eine Woche später bin ich in das damalige Mädchenzimmer eingezogen. Trotz vieler enttäuschter Gesichter, habe ich das Pink, was einen beim Betreten quasi erschlagen hatte, entfernt.

Zunächst lag ne Menge Arbeit vor uns, bis wir uns und Helfer mit Gemüse versorgen konnten. Am Anfang hatten wir nichts, außer ein paar alte Spaten und sonstigem Kleinkram, den man auf einem Hof so rumfliegen hat. Vieles haben wir uns von unserem Nachbarn Peter (Anm. d. Red. der mit den Kühen)  leihen müssen, der uns zum Glück immer mal wieder mit Geräten aushilft.

Der erste große Schritt war dann der Aufbau des Folientunnels, wo unsere Tomaten inzwischen prächtig gedeihen können. Wir sind zwar noch nicht so weit, außergewöhnliche Gemüsearten und -sorten anzubauen, aber alles, was grundsätzlich gebraucht wird, bekommen wir schon hin.

Trotz dessen, dass ich immer in kleineren Betrieben gearbeitet habe, musste ich mich hier zunächst daran gewöhnen, Gemüse in doch relativ geringen Mengen anzubauen. Es bleibt natürlich bis heute nicht aus, dass wir ab und an ein wenig Überschuss produzieren, aber damit wissen wir immer etwas anzufangen. Es erstaunt mich immer wieder, dass so viele Menschen Interesse am Gemüsebau haben und selbst auf die alltäglich anfallenden Aufgaben im Garten Lust haben und mithelfen wollen. Dass wir Gartenvideos machen, war nicht von Beginn an geplant und es ist noch immer ein komisches Gefühl, vor einer Kamera rumzuturnen.

Im Rückblick hat mich wohl am meisten gereizt ein solches Projekt von Beginn an zu begleiten und in meinem Fall den Part des Gemüsebaus von Null an aufzubauen. Natürlich haben wir uns diverse Ziele gesetzt und manche auch umsetzen können, aber manche brauchen eben noch ein wenig Zeit. Sowas gehört selbstverständlich dazu. Das nächste große Ziel heißt: Saison 2018. Da soll so viel Abwechslung wie möglich in den Garten kommen – also alles, was das Herz begehrt.

Am Ende ist es ja eh alles nur einpflanzen und wachsen lassen…