Mein Weg zum Kliemannsländer | Backstage

Hey, ich bin Brian… das P spricht man stumm…

Ich bin ins Kliemannsland quasi fast zur Entstehung gekommen. Zumindest war es so nahe am Anfang, dass überall Matratzen lagen und wir eine selbstgebaute Küche mit Abwassereimer-Schichtsystem zum Wegbringen hatten. Ich fand das Projekt sofort mega cool und die damals echt kleine Gruppe war für mich wie Urlaub an jedem Wochenende. Bei der damaligen Verabschiedung des vorigen Hofbesitzers saß ich letztendlich den ganzen Abend mit Fynn und Franzi vor der Party in meinem Wohnmobil und hab gemerkt, dass der Typ genauso durch ist wie ich… und in dem Jahr hat es sich, denke ich, auch deutlich bestätigt.

Dann kam der erste Weihnachtsmarkt und ich habe so richtig gemerkt, was man so in der Gruppe alles machen kann, wenn Jana on Fire ist. Als der WuWiZaKliLa durch war, war ich mir sicher, dass ich mich hier im kommenden Jahr viel aufhalten werde, aber erst musste ich noch 2300 Euro für den illegalen Download von „New Kids Turbo“ zahlen – somit die ganze Produktion.

Danach starteten wir hier so richtig durch. Viele Videos, viele neue Gesichter und ich habe mich dazu entschieden, hierher zu ziehen. Als es dann wärmer wurde und anfing, dass man den ganzen Hof nutzen konnte, verspürte ich hier tatsächlich einen Hauch von Freiheit. Fynn läuft umher und sucht seinen Schlüssel, Helen schreit nach Dschinn, Joel versucht seine Schwalbe anzubekommen, Waldo trägt eine Bundeswehr-Jogginghose, Falk versteckt, wo es geht, Knallerbsen, sodass sie irgendwie von uns ausgelöst werden und Jonas guckt mir zu, wie ich ohne Hose aus einem Stück Holz ein Penisförmiges Skateboard baue…

Das Ganze wird dann auch von den coolsten Kameraleuten festgehalten und Vanessa verbreitet es im Internet. Ich fand es mega cool, wieviele Leute hierher kamen, um mit anzupacken oder um ihr Zeug für längere Zeit auszupacken. Mit Joël z.B. habe ich hier viel Unsinn getrieben: Ob wir uns samt Fallschirm hinters Auto gehängt haben, um zu fliegen oder einfach nur Eimerweise Mettenden gegessen haben, waren dann alles Gründe, mal zusammen in den Urlaub zu fahren. Deswegen haben wir uns einen Leichenanhänger von Fynn ausgeliehen, mir ein Bett eingebaut und sind auf unsere große Reise, mit dem Ziel überteuertes Dosenbier auf den Lofoten zu trinken, losgefahren.

Den guten Christoph habe ich dann auch durch den Kliemannsland-Kosmos kennengelernt und nach ein paar gemeinsamen Abenden haben wir uns dazu entschieden, in die Froschschenkel-Produktion einzusteigenc Wir sind nach Frankreich gefahren, um die letzte Froschfarm in Europa zu besichtigen, sodass wir wissen, wie es läuft. Wir haben den Laden dann irgendwie nicht gefunden, aber hatten z.B. auf einem Punkrock-Konzert, wo ein Hund mit Bierbecher im Mund rumlief und die Besitzerin Ringe verkaufte, trotzdem viel Spaß…crazy Schuppen.

Jetzt müsste ich chronologisch wieder beim zweiten Weihnachtsmarkt anfangen und habe viel weggelassen. Ich freue mich auf jeden Fall, Teil des Haufens zu sein, und dass mittlerweile Jana, Olaf, Norbert, Vanessa, Helen und Jan hier auch auf die Ecke gezogen sind und dass das Projekt immer bunter wird und sich Worte wie „Moped“ oder „Ouh Michi“ in den Wortschatz eingepflegt haben. Ich bin auch mal als Helfer gekommen und denke, dass ich ein gutes Beispiel dafür bin, wie man sich hier ausleben kann und wie es einen von der Stadt wieder auf’s Land treiben kann. Lass auch du dir den Arsch von Fynn tätowieren, steige in den Wrestling-Ring, sprenge einen 100m Penis ins Feld oder fahr mit einem Rollstuhl, der an einen Rasenmähertrecker gebunden ist, zum Würstchenessen.

Bis bald